Kyokushin Kai


Kyokushin Kaikan (jap. 極真会館) bezeichnet die von Ōyama Masutatsu gegründete Karate-Organisation. Die Stilrichtung nennt man Kyokushin (極真), was „ultimative (oder: Letzte) Wahrheit“ bedeutet.

Es wird im Vollkontakt gekämpft, was Kyokushin zu einer der härtesten Karatearten macht. Kyokushin ist ein für die Entwicklung der Kampfkunst sehr bedeutender Stil, da aus ihm viele moderne Vollkontakt-Stile und Kampfkunstsysteme samt deren Organisationen hervorgegangen sind, so z. B. World Oyama Karate, World Seido Karate Organization, Kyokushin Budokai, Ashihara Karate, Enshin Karate, Seido-Keikan, K-1, IFK, Kokusai Kyokushindō Renmei, Kyokushindo Karate, Kūdō, Kyokushin-kan Karate oder So Shin Do.

 

 

Das Training im Kyokushinkai besteht, wie bei den meisten anderen Karatestilen, aus Kihon (基本), Kata () und Kumite (組み手). Aber auch Atemtechniken, Bruchtests (jap.: Tameshiwari), sowie Abhärtungstechniken (芝木 Shibaki) sind Teil des Trainings. Konditionstraining und Kumite stellen jedoch oftmals einen großen Teil des Trainings dar.

 

Im Kumite wird beim Kyokushin in Vollkontakt gekämpft, wobei in den meisten Organisationen für Kumite u. a. diese Regeln üblich sind:

 

  • Angriffe mit Faust-, Hand-, Finger- und Ellenbogentechniken zum Kopf des Gegners sind nicht erlaubt.
  • Aber: Tritte und Kniestöße zum Kopf sind erlaubt.
  • Schläge, Stöße oder Tritte auf Kniegelenke, die Wirbelsäule und den Genitalbereich sind nicht erlaubt.
  • Das Greifen und/oder Festhalten des Gegners ist nicht erlaubt.
  • Tiefschutz (bei Männern) und Brustschutz (bei Frauen) sind vorgeschrieben. Im normalen Training werden auch Boxhandschuhe und Schienbeinschützer verwendet.

SŌKE Ōyama Masutatsu

1956 eröffnete Ōyama Masutatsu in einem kleinen Gebäude hinter der Rikkyō-Universität sein erstes offizielles Dōjō und nannte seinen Stil Kyokushin.Er wählte den Namen wegen des Sprichworts: „Nach tausend Tagen Training ist man ein Anfänger, nach zehntausend Tagen ein Experte (Meister)“. Trotz des harten Trainings – es gab wenige Einschränkungen im Kampf – und der hohen Ausfallrate der Studenten stieg die Zahl seiner Schüler innerhalb eines Jahres auf gut 700 an.

Die nächsten zehn Jahre baute Oyama seine Organisation auf und demonstrierte in der ganzen Welt sein Karate, um es zu verbreiten. Das erste Dojo außerhalb Japans eröffnete Bobby Lowe 1957 auf Hawaii.

1964 wurde offiziell das Kyokushin Kaikan Hombu in Ikebukuro, Tokio eröffnet. Eisaku Satō wurde zum Präsidenten und Oyama zum Kancho (Direktor) der IKO ernannt. Seither hat sich Kyokushin in mehr als 120 Ländern verbreitet und die Organisation wurde mit über 10 Millionen registrierten Mitgliedern – der Film Fighter in the Wind aus dem Jahr 2004 über das Leben von Masutatsu Oyama nennt 20 Millionen Schüler in 140 Ländern weltweit – zu einer der größten Kampfkunstorganisationen der Welt.

1975 wurde die erste Weltmeisterschaft in Tokio abgehalten. 128 Wettkämpfer aus 36 Ländern beteiligten sich. Die ersten sechs Ränge gingen an Japan: 1. Katsuaki Sato, 2. Hatsuo Royama (er führt heute eine eigene Kyokushin Karate Organisation), 3. Yoko Ninomiya. Die Weltmeisterschaft inspirierte die Kyokushin-Kämpfer, und schon bald wurden in vielen Ländern die ersten nationalen Turniere ausgetragen: 1975 in Australien, Malaysia, Israel und Südafrika; 1976 in Brasilien und England; 1978 wurde die erste Europameisterschaft in London abgehalten.

Im April 1994 starb Oyama im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs, ohne einen Nachfolger benannt zu haben und ließ Akiyoshi Matsui als Verantwortlichen der IKO zurück. Dies hat viele politische und wirtschaftliche Unruhen in die Kyokushinkai Welt gebracht, was zu einer Zersplitterung der Organisation auf nationaler und internationaler Ebene führte. Auf internationaler Ebene gibt es heute mehrere IKO-Organisationen, so die IKO1 (A. Matsui), IKO2 Shinkyokushinkai (K. Midori), IKO3 (Y. Matsushima), IKO4 (T. Tezuka).

So gibt es auf nationaler Ebene in Deutschland heute diverse Verbände, unter anderem den KKD (Kyokushinkai Karate Deutschland) und die DKO (Deutsche Kyokushin Organisation) und die IKOK-D (International Karate Organization Kyokushinkaikan Deutschland). Diese sind auf internationaler Ebene nicht automatisch in der IKO1, so ist die IKOK-D in der IKO1 (Kyokushinkaikan Honbu) und die DKO in der WKO/IKO2 (Midori).

Es gibt neben diversen Verbänden in derselben Stilrichtung Kyokushin auch mannigfaltige Stilabspaltungen wie z. B. Kyokushin-Budo-kai, Kyokushindo oder etwa Seidokan-Karate.

 

Dia Kata

Im Kyokushinkai werden 31 Kata trainiert. Es wird zwischen den „nördlichen“ und den „südlichen“ Kata differenziert. Während sich die nördlichen Kata vorwiegend eng an die Shotokan - Linie orientiert, lehnen sich die südlichen an die Goju-Ryu Linie. Osama lernte in Osaka Shotokan bei einem Sohn von Gichin Funakoshi. Da Funakoshi selbst mit Miyagi, Mabuni, Ueshiba und Hakudo (Iaido) enge Kontakte pflegte, wundert die Kata-Ordnung wohl niemanden. Es gibt zwei bemerkenswerte Dinge im Kyokushinkai. Erstens, dass die Pinan (Heian) Kata auch „ura“ ausgeführt werden, d.h. grundsätzlich in Rückwärtsdrehung. Das soll vorwiegend Balance und Schwerpunkt trainieren. Zweitens: Mas Oyama soll angeblich die Kata „Garyu“ einem Freund gewidmet haben. Dass ebendieser ein Oyabun der Yakuza war, ist nicht belegt.

Basis - Kata

 

Taikyoku sono ichi 

Sokugi Taikyoku sono ichi

Taikyoku sono ni

Sokugi Taikyoku sono ni 

Taikyoku sono san

Sokugi Taikyoku sono san

 

Mittelstufe

 

 

Pinan sono ichi

Pinan sono ichi ura

Pinan sono ni

Pinan sono ni ura

Pinan sono san

Pinan sono san ura

Pinan sono yon

Pinan sono yon ura

Pinan sono go

Pinan sono go ura

Tekki sono ichi

Tekki sono ni

Tekki sono san

 

Oberstufe

 

 

Sanchin

Yantzu

Tsuki no kata

Gekisai sono ichi

Gekisai sono ni

Tensho

Saifa

Seienchin

Garyu

Seipai

Kanku

Sushido