Shitō-ryū Karate dō 

Der Weg des traditionellen Karate aus Okinawa.

Erde, Luft, Wasser und Feuer: Entdecke im Karate die Kraft des Lebens.


Shitō-ryū – einer der „vier großen“ heute gepflegten Karatestile (Shitō-ryū, Shotokan, Wado-ryū, , Goju-ryū, ) – wurde von Soke Kenwa Mabuni(1889 – 1952) gegründet. Dieser traditionelle Karatestil verbindet weiche und harte Kampftechniken – Schlag-, Tritt-, Block-, Hebel- und Wurftechniken im Zusammenspiel von „Aufnehmen“ und „Weiterleiten“ der Energie des Angriffs – unter bewusstem Einsatz der Atmung.

 


Trainiert werden:

 

Kihon  -   (Grundübungen / Basistechniken)
Kata  -     (Formen = festgelegte Kampftechnikabfolgen gegen imaginäre Gegner)
Kumite  -   (Freikampfübungen)

Die Geschichte des Shitō-ryū

Shitō-Ryū (jap. 糸東流, dt. "Schule von Shi und Tō")

 

ist eine Stilrichtung in der japanischen Kampfkunst Karatedō, die 1934 von Mabuni Kenwa in Osaka gegründet wurde. Er vereinigt in seiner Auffassung des Karatedō die aus Okinawa stammenden Stilrichtungen Shōrin-Ryū und Shōrei-Ryū.

 

 

Viele Einflüsse, nicht nur okinawanische, sondern vor allem auch chinesische Konzepte, sind in diesem Stil zusammengeführt. Begründet liegt dies darin, dass Mabuni Kenwa zwei Meister hatte: Higashionna Kanryō und Itosu Yasutsune. Mabuni ehrte beide Meister dadurch, dass er nach jeweils einer Silbe im Namen seiner Meister seine Stilrichtung benannte. Somit wurden Elemente des Shōrin-Ryū (Itosu) mit Shōrei-Ryū Elementen (Higashionna) verbunden. Besondere Kata, die in den anderen Stilrichtungen nicht trainiert werden und deren Ursprung im chinesischen Baihequan (chinesisch 白鶴拳, Pinyin báihèquán, jap. hakutsuru-ken, dt. Weißer-Kranich-Stil) liegen, sind Hakuchō und Nipaipo.

1952 starb Mabuni Kenwa, und damit begann eine Aufteilung des Shitō-Ryū. Sein offizieller Nachfolger und Erbe wurde Mabuni Ken’ei. Sein zweiter Sohn Mabuni Kenzo sowie andere Meister des Shitō-Ryū gründeten eigene Interpretationen der Stilrichtung.

Neben Shōtōkan, Wadō-Ryū und Gōjū-Ryū wird Shitō-Ryū heute als eine der vier Hauptrichtungen des Karatedō angesehen.

  • Itosu Yasutsunes (糸洲安恒) erstes Silbenzeichen, , heißt übersetzt Faden und wird nach japanischer Lesung (Kun-Lesung) ito in sino-japanischer Lesung (On-Lesung) shi ausgesprochen.
  • Higashionna Kanryōs (東恩納寛量) Name beginnt mit dem Zeichen , das für Osten steht und neben der Kun-Lesung higashi die On-Lesung aufweist.

Funfact: Kenwa Mabuni hatte gute Bekanntschaft zu herausragenden Persönlichkeiten der Budo-Szene. Unter anderem zu Gichin Funakoshi, dem Gründer des Shotokan-Karate, Morihei Ueshiba, dem Gründer des Aikido, Miyagi Chōjun, dem Gründer des Goyu Ryu Karate und auch zu Nakayama Hakudo, dem Gründer von Muso Shinden Ryu - Iaido.

Soke Mabuni Ken’ei (jap. 摩文仁 賢榮)

 

; * 13. Februar 1918 in Shuri (heute Naha), Präfektur Okinawa; † 19. Dezember 2015) war ein japanischer Karatemeister  des Shitō ryū, 10. Dan und Sohn und WErbe des Soke Kenwa Mabuni.

 

Mabuni Ken’ei kam als Sohn des Gründers des Shitō-Ryū, Mabuni Kenwa, von Kindheit an mit dem Karate und etlichen seiner bedeutendsten Vertreter, wie zum Beispiel Funakoshi Gichin oder Miyagi Chōjun, in Berührung. Er wurde nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1952 dessen offizieller Nachfolger als Oberhaupt des Shitō-Ryū. Durch seine intensive Lehrtätigkeit trug er aktiv zur weltweiten Verbreitung dieses Karatestils bei, vor allem auch im Ausland. Beispielsweise verbrachte er länger als ein Jahr (1969/70) in Guatemala und bildete dort Nachwuchskader aus. Regelmäßig hielt er auch noch im hohen Alter Lehrgänge auf Korsika ab.

Mabuni Kenei war bestrebt, authentisches Shitō-Ryū zu lehren und zu bewahren, wobei er besonderen Wert auf die Vermittlung der geistigen Inhalte des Karatedō legte. Ohne Sportkarate grundsätzlich abzulehnen, trat er für eine klare Trennung zwischen Karate als Budō und Sportkarate ein.

Zu seinen Verdiensten gehört, die durch den Uechi-ryū inspirierte Kata Shimpā, welche sein Vater geschaffen, aber nicht vollendet hatte, vervollständigt zu haben. Des Weiteren war er der Verfasser verschiedener Bücher über Techniken des Shitō-Ryū und eines Werkes über die historischen Wurzeln und die geistigen Grundlagen des Karate als Budō.

 

 

Shihan Carlos Molina, 9. Dan
Shihan Carlos Molina, 9. Dan

Shihan Carlos Molina

 

begann 1965 in Guatemala im Alter von sechzehn Jahren Karate Dō zu erlernen. Täglich trainierte er im Dōjō bei Meister Nobuyoshi Murata und Jorge Sosa. Sōke Mabuni Kenei, der weltweit Karate lehrt, folgte zu Beginn des Jahres 1966 einer Einladung nach Guatemala. Er nahm Carlos Molina als Schüler an, der seit dieser Zeit sein regelmäßiger und direkter Schüler ist. 1969 legte Carlos Molina unter der persönlichen Anleitung von Meister Mabuni seine Prüfung zum ersten Dan ab, ebenso wie alle seine weiteren Prüfungen. Mit seiner Zustimmung gründete er 1969 das erste Shin Gi Tai Dōjō in Quetzaltenango (Guatemala).

Im Jahr 1976 kam Carlos Molina über Umwege nach Berlin – er war eigentlich auf dem Weg zu seinem Sensei, der inzwischen wieder nach Japan zurückgekehrt war. Er begann Shitō-Ryū Karate Dō nach Meister Mabunis Vorbild in Deutschland. Zuerst trainierte und unterrichtete er in der UFA-Fabrik in Berlin-Tempelhof. 1986 wurde der Verein Shin Gi Tai Kai e.V. in der Oranienstrasse 188 in Berlin-Kreuzberg mit einem eigenen Dōjō gegründet und in den Berliner Karate Verband aufgenommen. Aus dieser ersten Schule sind durch das Engagement von Shihan Carlos Molina eine Vielzahl an Schulen in Deutschland und Österreich mit einigen hundert Mitgliedern durch seine Schüler entstanden. Allein in Berlin sind seither vier weitere Shitō-Ryū Dōjōs gegründet worden.


Besonderheiten

 

Die Kata im Shitō-ryū


Eine der Besonderheiten des Shitō-Ryū ist die Vielzahl verschiedener Kata. Haben andere Stile eine Zahl von 6 bis 25  Kata im Pool, verfügt Shitō-Ryū über mehr als 74! Diese lassen sich in verschiedene Schwierigkeitsgrade gliedern: 

 

Übungsformen:

 

- Hijiate go ho
- Hijiate geri
- Shuto geri
- Happo no Geri

- Happo no Tsuki
- Tenshin happo
- Ten po go soku

- Rensoku waza

Vorstufe:


 - Shihon Tsuki Ipponme
- Shihon Tsuki Nihonme

- Shihon Tsuki Sanbonme

- Shihon Tsuki Yonhonme
- Shihon Tsuki Gohonme
- Shihon Tsuki Ropponme